Köder

Allgemeines
Die Frage nach dem richtigen Köder ist so alt, wie der Mensch angeln geht ;
und sie wird sicher nie verstummen.
In der falschen Annahme, daß der Köder allein den Erfolg beim Angeln ausmache,
ist das Köderangebot im Laufe der Zeit derart bereichert worden,
daß die Mannigfaltigkeit verwirrend ist.
Mit ihrer Aufzählung und den Geheimrezepten der Zubereitung könnte
man Bände füllen.
Eines ist aber sicher: Einen magischen Köder mit eingebauter
Erfolgsgarantie wird es - Gott sei dank - nie geben;
denn dann wäre das Angeln uninteressant.
Wenn auch ausgefallene Köder hin und wieder Erfolg bringen,
so gibt es dennoch keinen Zweifel daran, dass einfache Köder am besten
und wirksamsten sind.
Ausgehend von dieser Tatsache soll im folgenden eine Auswahl der
bewährtesten Angelköder und ihre Art der Anköderung besprochen werden.
Würmer
Würmer sind der am meisten verwandte Angelköder, sicher deswegen,
weil es praktisch keinen Fisch gibt, der den Wurm nicht nimmt.
Von den zahlreichen Wurmarten sind für den Angler der Tauwurm,
der Laub- und der Mistwurm am wichtigsten.
Er ist einer der wirksamsten Köder überhaupt, bricht allerdings sehr leicht
und muß mit Vorsicht auf den Haken gezogen werden.
Das Schwanzteil des Wurms ist lebhafter als der Kopf.
Daher wird der Wurm vielfach vom Schwanz her von den Fischen genommen,
besonders von der Schleie: Fehlbisse sind oft darauf zurückzuführen,
das der Wurm zu dicht am Kopf auf den Haken gezogen wird
und das Schwanzteil zu lang herabhängt.
Sieht man, daß das Schwanzteil abgebissen oder zerkaut ist,
dann muss dichter am Schwanz angeködert werden.
Beim Anködern ziehe man den Wurm nicht in einem Knäuel auf den Haken;
das ist unnatürlich.
Kein Wurm kommt im Wasser so vor.
Und vor allem: Immer den Haken herausragen lassen.
Braucht man nicht weit zu werfen, dann nur einmal durchstechen;
das gibt viel Bewegungsfreiheit und reizt!
Für weitere Würfe etwas länger durchstechen.
Im Winter und bei Hochwasser kann das Schwanzende - 2 bis 3 cm lang - unwiederstehlich sein.
Reste des Wurms eignen sich vorzüglich zum Anfüttern.
Kartoffeln sind ein ausgezeichneter Köder; vor allem für Fische wie
Karpfen,Rotaugen,Bleie,Döbel usw.
Der Vorteil der Kartoffel liegt darin, dass sie von den Fischen (richtig angeboten!)
gut gesehen wird und das die oft zur Plage werdenden Kleinfische
ihr in der Regel nichts anhaben können.
Allgemein wird mit zu harten Kartoffeln geangelt.
Sie sollen nicht halbgar, sondern so weich sein, das wir sie essen können.
Kleine Stückchen werden unmittelbar auf den Haken gesteckt,
während bei ganzen Kartoffeln die Schnur mit einer Ködernadel durch diese gezogen
und dann der Haken angebunden wird.
Bedingt durch ihre Schwere sinkt die Kartoffel leicht in den Schlamm ein.
Diesem Nachteil kommen wir bei, indem wir Scheiben schneiden und anbieten;
sie legen sich am Gewässerbodenflach auf.
Maden
Maden sind ein ausgezeichneter Allround-Köder,
der von allen Fischarten genommen wird
und das ganze Jahr über nicht enttäuscht.
Dies verwundert nicht, wenn man bedenkt, dass sie sowohl grössenmässig
wie auch vom Vorkommen her den im Wasser äusserst zahlreich
vorkommenden Insektenlarven und -puppen usw. ähneln.
Diese natürliche Nahrung kommt im Wasser nicht gebündelt vor.
Bieten Sie daher in der Regel nur eine Made, allenfalls einmal zwei an
einem Haken an.
Zum Anködern benötigen wir dünne und sehr scharfe Haken;
denn die Hakenspitze muss am After ( kurz oberhalb der Augen )
nur ganz wenig durch die relativ zähe Außenhaut hindurch geführt werden.
Stechen wir zu tief ein oder quer durch den Körper,
ist es mit der Herrlichkeit und den Reizbewegungen vorbei.
Maden sinken gut ab, eignen sich gut zum Anfüttern, haben aber den Nachteil,
dass sie leicht Kleinfische anziehen.
Dies kann man zu seinem Vorteil nutzen, wenn es darum geht,
die Kleinfische von der Angelstelle abzulenken,
indem man abseits Maden - evtl. mit einem Pulverköder vermischt - einwirft.
Wenn es gilt, die maden am Haken unbehelligt auf den Gewässerboden zu bekommen,
empfiehlt es sich, sie in einem Ballen von geknetetem Grundköder
(ersatzweise auch Schlamm) einzupacken.
Damit schlägt man zwei Fliegen mit einer Klappe.
Andere natürliche Köder
Am und im Wasser kommt eine Fülle von natürlichen Ködern vor,
die uns im Bedarfsfall davor retten können, als Schneider nach Hause gehen zu müssen.
Maikäfer, Heuschrecken, Schnecken, Rohrmaden, Mückenlarven, Raupen,
Asseln, Ohrenkriecher, Wespenmaden, Muscheln und Krebse - um nur einige zu nennen -
können jeweils zu ihrer Zeit gute Erfolge bringen.
Von den im Wasser vorkommenden natürlichen Ködern haben zweifellos
Köderfische in den verschiedensten Größen eine besondere Bedeutung,
denn es gibt kaum einen Fisch, der nicht einen kleinen Gründling oder Brutfisch frisst
(so gesehen ist die im Sprachgebrauch übliche Einhaltung
in Raub- und Friedfisch eigentlich gar nicht haltbar).
Die gebräuchlichsten Methoden der Anköderung eines Köderfisches ist folgende:
An einem Einfachhaken in der Lippe zwei hintereinander geschaltete Einfachhaken,
wovon der erste wahlweise in den Rücken oder in das Nasenloch eingeführt wird.