Spinnfischen

Das Spinnangeln besteht darin, dem Raubfisch einen künstlichen oder

natürlichen Spinnköder so verlockend anzubieten,

daß der Fisch zum Anbiß gereizt wird.

Wesentlich dabei ist die Bewegung des Spinnköders im Wasser,

der für den Räuber als mögliche Beute erscheinen soll.

Das Spinnangeln ist heute wohl die meist angewandte Methode zum Fang von Raubfischen.

Vor allem der Stationärrolle ist es zu verdanken,

daß diese Art des Angelns so populär geworden ist.

Mußte sich der Angler früher mit einer einfachen Achsenrolle schon sehr anstrengen und viel üben,

um die Wurftechnik zu beherrschen, so ist es heute dank der Stationärrolle selbst dem Anfänger möglich,

schon nach kurzer Zeit genaue und weite Würfe zu erzielen.

Der Spinnfischer wartet nicht an einer Stelle bis ein Fisch vorbeikommt und den Köder nimmt,

sondern er sucht den Fisch. Jede Deckung ausnutzend, pirscht er am Gewässer entlang

und wirft den Spinnköder zielgenau an die verheißungsvollsten Plätze.

Der bekannteste und beliebteste Sportfisch für den Spinnangler ist der Hecht.

Er kommt in fast allen Gewässern Schwedens vor, erreicht beträchtliche Gewichte

und ist an der Angel ein guter und ausdauernder Kämpfer.

Er gibt sich bis zuletzt nicht geschlagen und läßt oft dem Angler noch das Nachsehen,

wenn dieser glaubt, seiner schon sicher zu sein.

Ferner kommen fast alle Salmoniden für den Fang mit der Spinnangel in Frage.

Auch sie bieten einen hervorragenden Sport und wehren sich kraftvoll und geschickt an der Angel.

Zu erwähnen sind Bachforelle, Regenbogenforelle usw.

Spinnangelei weniger häufig angewandt, weil dann das Gerät doch etwas zu schwer wird

und man beim Wurf beide Hände benötigt.


Für die mittelschwere und schwere Spinnangelei auf Hecht, Huchen, Waller, Lachs

und Seeforellen in tiefem oder stark strömendem Wasser werden kräftigereRuten

mit harter Aktion verwendet.

Beim Hechtfang sind Ruten von 1,80 -2,40 m Länge und Wurtgewichten von 40 - 80 g ausreichend.

BeimLachs und der Seeforellefang greifen wir lieber zu den längeren

Zweihandruten von 2,40, 2,70 oder 3 m.

Eine äußerst kräftige Rute mit hohem Wurfgewicht ist vozuziehen.

Ruten von 2,70 m Länge oder mehr sind oft kürzerenRuten vorzuziehen,

denn es müssen häufig sehr schwere Gewichte über eine größere Distanz geworfen werden.

Der Kampf spielt sich oftmals in starker Strömung ab, und um hier auch nur das Gewicht

des Fisches halten zu können, benötigen wir ein äußerst kräftiges Gerät.

 

Sonst würde ein Anhieb mit einer weichen Rute ins Leere gehen.

Beim Kauf einer Spinnrute richte man sein Augenmerk auch auf die Ausführung der Ringe.

Diese werden bei keiner anderen Angelmethode so sehr strapaziert wie beim Spinnangeln.

In jedem Fall sind hartverchromte Ringe vorzuziehen. Gute hartverchromte Stahlstegringe

schonen die Schnur am besten und sind oft nach jahrelangem Gebrauch noch unversehrt.

Es ist darauf zu achten, daß wenigstens der Spitzen-und der Leitring hartverchromt sind,

denn diese unter-liegen der stärksten Beanspruchung. Trotzdem sollte der Spinnangler

ab und zu den Spitzenring auf etwaige Rillen prüfen.

Als Rollenhalter werden für Spinnruten fast nur Schraubenrollenhalter verwandt.

Dabei hat der verschiebbare gegenüber dem stationären den Vorteil,

daß er an jeder beliebigen Stelle des Griffs,

ganz individuell nach Ellbogenlänge, fixiert werden kann.

Die ideale Rolle für das Spinnangeln ist zweifellos die Stationärrolle.

Bei europäischen Spinnanglern sieht man äußerst selten andere Rollentypen.

Die Multirolle ist in den USA populär, konnte jedoch bei uns nur in geringem Umfang Fuß fassen;

vor allem die schwierige Wurftechnik, aber auch der hohe Preis sind dafür verantwortlich.

Die Stationärrollen werden meistens mit 2 Spulen geliefert, einer tiefen und einer flachen.

Durch Auswechseln der Spulen ist es also möglich, den Gewässerbedingungen entsprechend,

verschiedene Schnurstärken zu verwenden.

Nun zum Vorfach: Bei Forelle, Saibling, Barsch, Zan­der und Döbel ist ein

spezielles Vorfach nicht nötig. Allerdings sollte immer ein Wirbel in die Schnur geknotet werden.

Sehr gut sind die sogenannten Einhängewirbel, bei denen Wirbel und Karabiner gekoppelt sind.

Der Wirbel verhindert die Schnurverdrehung, der Karabiner ermöglicht das

rasche Einhängen oder Auswechseln des Köders.

Beim Spinnangeln auf Hecht ist in jedem Fall ein 30-45 cm langes Stahlvorfach

zwischen Schnur und Köder zu schalten.

Bei den Ködern unterscheiden wir grundsätzlich zwischen natürlichen und künstlichen Spinnködern.

Wie wir wissen, besteht die Hauptnahrung der Raubfische aus kleineren Fischen.

Die meisten künstlichen Spinnköder beruhen deswegen auf deren mehr oder weniger naturgetreuen Nachbildung.

Wir kennen jedoch auch die verschiedensten Arten von Phantasieködern,

die mit einem Fisch nichts mehr gemeinsam haben, aber trotzdem sehr fängig sein können.

Unter natürlichem Spinnköder verstehen wir das tote Fischchen am einzelnen Haken,

einer Hakenflucht oder am Spinnsystem.

Der Spinnköder ahmt ein fliehendes, krankes oder taumelndes Fischchen nach,

das durch Bewegung und Farbe den Raubfisch reizen und zum Anbiß verleiten soll.

Spinnsysteme sollten bei keinem Spinnangler im Sortiment fehlen.

Das Angebot an künstlichen Spinnködern ist sehr reichhaltig.

Es ist jedoch nicht nötig, daß sich der Anfänger sofort mit unzähligen Ködern ausrüstet.

Er wird zunächst mit einem Standard-Sortiment gut auskommen.

Der erfahrene Spinnangler greift immer nur zu einigen wenigen Modellen,

die sich schon jahrelang bewährt haben.

Die Wahl des Farbtons des Köders richtet sich ganz nach dem Gewässer und dem Wetter.

Hier hilft in den meisten Fällen die Faustregel:

Bei klarem Wasser und sonnigem Wetter sind dunkle oder nur matt glänzende Köder,

bei trübem Wetter und regnerisch trübem Wetter hell glänzende die erfolgreichsten.

Ein rotes Plastikschläuchchen, aber auch ein farbiger Feder- oder Wollbausch am Drilling erhöhen

oft die Fängigkeit des Spinners.

Nun zum Zubehör: Als Landungsgerät ist der Teleskop-Klappkescher zu empfehlen,

der genügend groß und lang sein muß.

Für die schwere Spinnangelei (bei schweren Hechten,) muß der Spinnangler stets ein Gaff mit sich führen.

Mit einem Unterfangkescher ist ihm hier wegen der Größe der Fische meistens nicht gedient.

Weiterhin ist ein Rachensperrer erforderlich, um sich nicht an den scharfen Zähnen

des Raubfisches zu verletzen.

Weiter benötigen wir einen Hakenlöser, eine Lösezange oder eine entsprechend große Schere.

Beim Spinnangeln kommt es mehr denn je darauf an, das Gerät und die Wurftechnik blind zu beherrschen,

damit man sich ganz auf die Vorgänge am Wasser konzentrieren kann.

Die Ansichten. ob man beim Spinnangeln einen Anhieb setzen soll oder nicht,

gehen auseinander. Vor allem dem Anfänger ist zu empfehlen,

sicherheitshalber immer einen Anhieb zu setzen.

Scharfe Haken sind hierbei natürlich Voraussetzung für den Erfolg.

zurück vor